Biofilterbau



Alle Becken werden aus kostengründen über eigenkonstruierte 4-Kammern-Biofilter gefiltert. Das schont den Geldbeutel und ist in seiner Wirkung praktisch allen käuflichen Außenfiltern zumindest wirkungsgleich, wenn nicht sogar überlegen. Die im Handel erhältlichen Filtersysteme sind in der Regel sehr teuer oder in ihrer Wirkung praktisch bedeutungslos.

Außerdem kann die Klarwasserkammer die benötigten Heizer aufnehmen, so daß diese keinen Platz im Aquarium selbst wegnehmen und auch nicht den optischen Gesamteindruck stören. Darüber hinaus eignen sich die Kammern zur Aufnahme von Aquarientorf zum langfristigen Senken des PH-Wertes.


Rechte Filteranlage des Stollenwandbeckens


Häufig werden im Handel sogenannte Schnellfilter (meistens handelt es sich dabei um Innenfilter), die mit Hilfe von Schaumstoffpatronen o.ä. filtern, angeboten. Der Nachteil dieser Filter ist aber, daß die Schaumstoffpatronen in immer kürzer werdenden Zeitabständen unter fließend Wasser gereinigt werden müssen, ansonsten wird der Wasserdurchfluß und damit die Fördermenge und die gesamte Filterleistung immer geringer. Irgendwann müssen diese Patronen dann aber doch komplett durch neue ersetzt werden.

Die in ihrem Wirkungsgrad guten aber teuren Filter, der Fachhandel hält hier ein großes Angebot vorrätig, sollten von all jenen Leuten eingesetzt werden, die sich nicht zutrauen einen solchen Biofilter selbst zu bauen.

Wer sich dies jedoch zutraut, bzw. so jemanden kennt, hat hier eine kostengünstige und vor allem wirkungsvolle Alternative.

Besonderes Augenmerk sollte man auf den benötigten Silikonkleber legen. Handelsüblicher, in Baumärkten erhältlicher Silikonkleber ist nicht für den Aquarienbau geeignet, da er für Fische giftig ist. Es gibt aber im Fachhandel, da für exotische Fische ungiftig, speziell für den Aquarienbau geeignete Silikonkleber. Diese Kleber sind auf jeden Fall einzusetzen. Übrigens bauen heute viele Fachhändler gegen ein geringes Entgeld nach vorliegenden Plänen diese Biofilter für Sie. Oder fragen Sie doch einfach auch mal Ihren Glaser!



Prinzipieller Biofilteraufbau
als Planskizze zum Bau eines eigenen Filtersystems
an einem anschaulichen Beispiel




Je größer das Volumen unseres Biofilters ist, desto größer ist seine Filterleistung. Eine Mindestlänge von 20cm erscheint vernünftig. Es wird nicht allzuviel weiterer Platz benötigt, und das Volumen ist auch schon recht groß. In unseren Beispiel ergeben sich bereits 40 Liter (4 x 5 x 2). Das ist schon wesentlich größer als bei handelsüblichen Außenfiltern. Entscheidet man sich dann wie ich aus ästhetischen Gründen für einem symmetrischen Aufbau seiner Aquarienanlage, d.h. zum Einsatz von zwei solchen Biofiltern rechts und links vom Aquarium, erhält man schon die doppelte Filterleistung - in unserem Beispiel also 80 Liter Volumen. Aber ein Filter reicht für die Funktionalität bereits vollkommen aus.



Der Filter selbst besteht bei dieser Größe aus 8mm starkem Glas. Diese Glasstärke kann bedenkenlos bis Filtergrößen von 150 bis 200 Litern Fassungsvermögen benutzt werden. Bei noch größeren Filtern sollten Sie 1cm starkes Glas verwenden. Das Konstruktionsprinzip ist denkbar einfach. Da sich Wasser den Weg des geringsten Widerstandes sucht und damit das Wasser über eine größtmögliche Filterfläche vorbeigeführt wird, habe ich mich zu einem 4-Kammernsystem entschieden. Dadurch wird die Filterleistung deutlich gesteigert, als wenn lediglich ein häufig benutzes 2-Kammernsystem zum Einsatz käme. Dort würde das Wasser sich einen kurzen Weg direkt zur Umwälzpumpe suchen, was die Filterleistung herabsetzt. Diesen Effekt versuche ich mit einer 4-Kammeranlage zu umgehen. Das klappt übrigens seit nunmehr 15 Jahren hervorragend. Die Wasserwerte sind selbst bei einer manchmal vorkommenden Überfütterung der Fische immer optimal.



Aus Kostengründen kommt als Filtersubstrat Lavakies zum Einsatz, der in speziellen grobmaschigen Säckchen (z.B. alte Kunststoffkartoffelsäckchen) abgefüllt ist. Damit ist eine einfache Reinigung der Filter gewährleistet. Man kann auch anderes Filtermaterial verwenden, hauptsache man erhält eine große Filtersubstratoberfläche. In einer Filterkammer befinden sich bei den großen Filtern etwa 4-5 dieser kleinen Säckchen, die einfach herausgenommen werden können, um unter dem Wasserstrahl gesäubert zu werden. Diese Säuberung erfolgt etwa ein- bis zweimal pro Jahr. Zusätzlich befindet sich in der ersten Kammer zum Auffangen der groben Schmutzpartikel eine Lage grober Filterwatte, die regelmäßig herausgenommen und durch eine neue Lage ersetzt wird. Damit keine kleinen Fische in die Filter gelangen können, wurden an den Steigrohren innerhalb des eigentlichen Aquariums kleine Kunststoffkörbe mit geringer Maschenbreite befestigt.



Linke Filteranlage des großen Beckens


Die Filter der kleineren Becken sind entsprechend kleiner, arbeiten aber nach dem gleichen Prinzip.