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Lust auf einen Gartenteich?

Am Ende dieser Seite finden Sie als Dia-Show aktuelle Gartenteichbilder (auch mit seinen Bewohnern).

Der Frühling ist gekommen, die Tage werden wieder länger, da wünscht sich manch einer einen eigenen Gartenteich - eine Ruhezone mit besonderer Atmosphäre. Hier möchte ich Ihnen unseren im Jahr 1993 selbstangelegten Gartenteich vorstellen.

Weiter unten finden Sie eine Bildergallerie. Sie wird ständig aktualisiert, so daß man in jeder Jahrezeit einen allgemeinen Eindruck erhält. Also schauen Sie hin und wieder mal vorbei. Die dort gezeigten Aufnahmen wurden mit verschiedenen digitalen Kameras und unterschiedlichen Auflösungen erzeugt. Daher divergiert die Qualität der Aufnahmen mitunter. Die Unterschiede sind aber minimal und stören den Gesamteindruck nur mässig.

Hier zunächst die allgemeinen Maße unseres Teiches.

Fläche des Teiches   ca. 25 m2
Tiefste Stelle des Teiches   ca. 1,20 m
Länge des Teiches   ca. 6,30 m
Breite des Teiches   ca. 4,00 m

Ich beschränke mich hier auf die Beschreibung eines mit Folie selbst angelegten Gartenteiches. Im Handel vorrärtige Fertigteiche stellen eine Alternative für denjenigen dar, der sich eine eigenen Gestaltung nicht zutraut. Sie sind in der Regel aber wesentlich teurer als vergleichbare selbstgebaute Teiche mit Folie.

Bei der Folie sollten Sie auf keinen Fall sparen. Nehmen Sie gute Qualitätsmarken mit min. 1 mm Stärke, die Sie mittlerweile in jedem gut sortierten Pflanzen- bzw. Gartenmarkt bekommen. Für das Anlegen eines Baches können Sie auch 0,5 mm starke Folie verwenden, da sich diese besser formen läßt.

Zunächst wurde die ungefähre Form und die genaue Lage des Teiches auf dem Grundstück abgesteckt bzw. mit etwas Kalk skizziert. Tiefe Wasserbereiche, Flachwasserbereiche und Sumpfwasserzonen wurden genauso markiert. Damit der Teich im Winter nicht bis zum Grund einfrieren kann, und evtl. darin überwinternde Fische und Amphibien nicht umkommen, sollte der Teich in unseren Breitengeraden min. 80 cm tief sein, noch besser sind 1,00 m bzw. wie bei meiner Anlage 1,20 m Tiefe. Diese Maße empfehle ich auch deswegen, weil ein Teich mit der Zeit verlandet bzw. durch Ablagerungen von sich aus immer niedriger wird. Die Flachwasserzone, die dann in die Sumpfwasserzone übergeht, sollte nicht tiefer als 15 cm sein.

Insgesamt sollte der Teich terrassenförmig aufgebaut werden. Er bietet damit den verschiedensten Pflanzenarten einen Lebensraum. Außerem läßt er sich so auch besser sauber halten, wenn Sie einmal mit Badehose hineinsteigen müssen.

Lebensbereiche in und um den Gartenteich

An einem Teich finden wir die verschiedensten Lebensbereiche oder Pflanzenzonen: Vom normalfeuchten Gartenboden außerhalb der Abdichtung über den feuchten Bereich bis zum nassen Sumpf. Daran anschließend die Flachwasserzone, übergehend in die Tiefwasserzone mit ihren Seerosen und Schwimmblattpflanzen. Für all diese Zonen gibt es die verschiedensten Pflanzen, die sich nicht nur in ihren Blüten unterscheiden, sondern auch durch die unterschiedlichsten Wuchsformen und Blattgestaltungen.

Wichtig bei der Gestaltung eines biotopgerechten Gartenteichs sind auf jeden Fall die oben erwähnten Flachwasser- und Sumpfwasserzonen. Bei der Planung eines reinen Fischteichs, z.B. eines Koi-Teiches, kann man auf diese verzichten. Der Flachwasser- und Sumpfwasserbereich ist Lebensraum für viele Insekten und Keintierarten, aber auch der meisten Wasserpflanzen. Außerdem bietet die Sumpfwasserzone zufällig ins Wasser gefallenen Tieren die Möglichkeit zum Verlassen des Teiches. Sie ist damit auch lebensrettend. Gestalterisch lassen sich vor allem diese beiden Zonen mit einigen Felsbrocken besonders pitoresk herrichten. Zwischen diesen Felsbrocken lassen sich wiederum gut die verschiedensten Pflanzenarten ansiedeln. Zudem bieten sie Unterschlupf für kleine Fische, Molche und Frösche.

Bei unserem Teich wurde der Bodenaushub als gestalterisches Element der Gartenarchitektur weiterbenutzt und halbkreisförmig als Bodenwall direkt neben dem Teich wieder aufgeschüttet. Das spart zum einen Entsorgungskosten für Bodenaushub und dient zum anderen als natürliches Gefälle für einen zusätzlichen Bach. Der Wall hat bei uns an der höchsten Stelle etwa eine Höhe von 1,70 m. Nachdem die eigentliche Grube ausgeschachtet worden war, wurde sie zum Schutz für die Folie mit einer ca. 5 cm starken Sandschicht ausgekoffert. Diese Sandschicht verhindert, daß sich Wurzeln oder Steine in die Folien eindrücken können, denn der Wasserdruck bei einer derartigen Teichanlage ist enorm.

Noch ein Tip zum Ausheben der Grube. Machen Sie es nicht so wie ich, und versuchen Sie sich die Arbeit dadurch zu erleichtern, daß Sie einen Bagger zuhilfe nehmen. In meiner Bauphase war gerade zufällig ein Bagger vorhanden, und ich habe den Baggerführer gebeten, mir doch bitte eben mal die Grube auszuheben. Das hat der Mann dann auch getan. Nun blieb die Grube, natürlich ohne den oben erwähnten terrassenförmigen Aufbau, denn so genau kann kein großer Bagger modellieren, über Winter liegen. Im darauffolgenden Frühjahr sollte es ans Werk gehen. Doch da mußte ich feststellen, daß das Loch nur noch aus immer wieder abrutschendem Lehm bestand, und es somit unmöglich war irgendwelche Terrassen zu modellieren. Ich mußte die Terrassen nachträglich mit einer dünnen Zementschicht und einigen Schalungsbrettern nacharbeiten. Damit war die eigentlich erhoffte Arbeitserleichterung wieder dahin. Daher mein dringender Rat an alle, nehmen Sie die gute altbewerte Schaufel zu Hilfe und modellieren Sie die Terrassen direkt in den festen Boden, dann klappt's auf Anhieb.

Nun konnte die Folie eingelassen werden. Warten Sie dazu einen warmen Tag ab, und legen Sie die Folie zunächst voll ausgebreitet über den ausgehobenen Teich. Nachdem sich die Folie aufgrund der Sonneneinstrahlung erwärmt hat, können Sie sie langsam in das Teichloch gleiten lassen. Die dabei entstehenden Falten werden großflächig übereinander gelegt. Der zukünftige Wasserdruck sorgt dafür, daß Sie nach einiger Zeit praktisch nicht mehr zu sehen sind.

Außerdem siedeln in diesen Falten später viele Kleinlebewesen. Lassen Sie die Folie oben großzügig überstehen, denn die Folie sackt im Lauf der Zeit noch um einige Zentimeter in den Teich hinein. Ich habe rund um meinen Teich noch einen ca. 15 cm hohen Sandwall aufgeschichtet, über den ich die Folie gezogen habe. Mit Hilfe dieses Sandwalls konnte ich dann eine wohldefinierte Stelle zum Überlaufen des Teiches anbringen. Ein paar kräftige Faust- oder Handkantenschläge an der vorgesehenen Stelle im Sandwall, und schon hat man einen Ausguß, an dem das Wasser überlaufen kann. Verzichten Sie auf einen solchen Überlauf, kann es Ihnen passieren, daß das Wasser bei starken Regenfällen irgendwo überläuft und sich vielleicht dann über Ihre Terrasse oder in Ihren Keller ergießt.

Dann wurde der Teich und der zugehörige Rand bzw. Sandwall aus ästhetischen Gründen großzügig mit Rheinkies ausgekleidet bzw. abgedeckt, so daß keine Folie mehr sichtbar war. Rheinkies eignet sich hierfür besonders, da er relativ kostengünstig ist und gut mit der Schaufel bzw. der Schubkarre transportiert werden kann. Heute würde ich vielleicht auf diesen Kies verzichten, da die Folie wegen der natürlichen Ablagerungen innerhalb eines Jahres, spätestens aber nach zwei Jahren, sowieso nicht mehr zu sehen ist. Außerdem rutscht der Kies regelmäßig nach unten und muß von mir, zumindest an einigen steileren Stellen, wieder mühselig mit der Harke vorsichtig nach oben gezogen werden. Selbstverständlich sieht das mit dem Kies, der im Lauf der Zeit auch mit Ablagerungen bedeckt wird, noch natürlicher aus, obwohl man am Anfang mehr an eine Steinküste mit ihren Wellenbrechern erinnert wurde. Doch zwischen diesem Kies wuchsen bald darauf viele Moose, Gräser und Sträucher, die in den Zwischenräumen hervorragenden Halt gefunden haben. Von dem Kies selbst sieht man heute so gut wie nichts mehr. Er ist über Wasser komplett zugewachsen und unter Wasser mit Ablagerungen bedeckt.

Dann fehlte nur noch der oben bereits erwähnte Bach. Der Bachlauf wurde wieder grob mit Kalk abgesteckt und mit einer Schaufel vorsichtig ausgehoben. Das ging relativ schnell, da der Bach nur eine geringe Tiefe zu haben braucht. Anschließend wurde er mit der dünneren Folie ausgelegt und diese wiederum mit dem oben erwähnten Kies großzügig abgedeckt, sodaß keine Folie mehr zu sehen war. Der Bach ist so angelegt, daß das Wasser über mehrere Staustufen und am Ende über einen kleinen Wasserfall zurück in den Teich geleitet wird. Der Bach selbst ist mit allen Windungen ca. 8,0 m lang. Das Wasser reichert sich über diese Entfernung und durch den abschließenden Wasserfall mit reichlich Sauerstoff an.

Der Bach dient einerseits als Badeplatz für die verschiedenen Volgelarten, arbeitet aber andererseits wie ein großer Biofilter, der den Teich wunderbar klar hält, wenn man ihn nur kontinuierlich laufen läßt. Bei der Anlage eines solchen filternden Baches sollte man keinen schnell herniederstürzenden Gebirgsbach konstruieren, sondern einen dafür um so länger sanft dahinfließenden Bach mit realtiv geringem Gefälle. Wichtig ist die Länge, damit das Wasser über soviel Steine und Kies wie nur eben möglich geleitet wird.

Hierbei reichert sich das Wasser mit dem nötigen Sauerstoff an. Gut aussehen würde auch ein mäanderförmig durch die Wiese laufender Bach. In dem Bach selbst siedeln dann bald auch schnell wiederum Pflanzen an, die für zusätzliche Filterleistung durch ihre Wurzeln sorgen. Damit der Bach seine Filterfunktion auch nachhaltig aufbauen kann, ist es wichtig, den Bach Tag und Nacht über einen langen Zeitraum laufen zu lassen. Denn nur so ist es möglich, daß sich die gutartigen Bakterienrasen aufbauen und halten können, die für eine Filterung unerläßlich sind. Durch permanentes an- und abschalten können sich keine mit filterwirkung versehenen Bakterien- und Algenkulturen auf dem Kies bilden.

Ich hatte zu Anfang den Fehler gemacht, den Bach nur dann laufen zu lassen, wenn wir im Garten waren bzw. auf der Terrasse gesessen haben - nach dem Motto, warum unnötig Strom verbrauchen. Das war ein Fehler, zmimndest aus Sicht eines funktionierenden Filters. Aufgrund der fehlende Filterwirkung wurde der Teich grün und trüb. Erst nachdem ich dazu übergegeangen war, den Bach ab Ende März bis Ende Oktober ununterbrochen in Betrieb zu nehmen, sprich die Pumpe einzuschalten, war der Teich glasklar.

Ich habe die Filterwirkung des Baches noch dadurch verstärkt, daß ich das Wasser nicht einfach direkt aus dem Schlauch oben auf dem Erdwall in den Bach hineinleite, sondern ich haben einen großen 60 Liter fassenden Eimer im Baumarkt besorgt, diesen unten mit einem eintsprechend großem Loch in der Nähe des Eimerbodens versehen, an das ich den Schlauch anschloß. Dieser Eimer wurde mitsamt dem an ihm unten montierten Schlauch oben in den Wall in einem entsprechend großen Loch eingelassen.

Anschließend wurde der Eimer mit Kies gefüllt, der zwecks schneller Reinigung wiederum in ca. 5-6 kleinen praktischen Säckchen abgepackt wurde. Der Eimer bzw. die Kiessäckchen müssen zweimal im Jahr - im Frühjahr zu Beginn der Saison und im Herbst vor dem Ein- und Abschalten des Stroms für den Bachlauf gesäubert werden. Die Kiesäckchen sind dann voller Schlamm und müssen unter einem kräftigen Waserstrahl gereinigt werden. Hätte man den Kies direkt in den Eimer abgefüllt, wäre es jedesmal ein großer Aufwand den Kies aus dem Eimer zu holen. So müssen einfach nur die 5-6 Säckchen herausgenommen werden und unter Wasser gehalten werden. Durch eine kleine Gitterkonstruktion am Grund des Eimers sollte man dafür sorgen, daß das Wasser zunächst einmal ungehindert in den Eimer eintreten kann, und nicht sofort durch einen Sack mit Kies verstopft wird. Auf dieser Gitterkonstruktion oder etwas Ähnlichem liegen dann die Kiessäckchen.

Das Wasser steigt nun in dem Eimer langsam noch oben, muß durch die verschiedenen Kiesschichten und wird so schon einmal gefiltert. Oben am Rand des Eimers läuft das Wasser dann in den Bach über. Dazu wird der Eimer einfach etwas schräg eingebuddelt, oder man kleidet dem Eimer von innen zunächst mit der dünnen Teichfolie aus, die oben zu einem Auslauftrichter geformt wird. Das Ganze wird aus ästhetischen Gründen am Rand mit Steinbrocken abgedeckt, so daß von dem Eimner nicht mal der Rand zu sehen ist. Man könnte auch eine schöne Steinhöhle bauen, aus der das Wasser dann in den Bach austritt. Wie gesagt, das funktioniert seit nunmehr 16 Jahren hervorragend.

Wer sich näher für die Anlage oder den Betrieb eines Gartenteichs interessiert, dem sei folgende Standard-Literatur dringend empfohlen:

Titel: Gartenteich-Atlas
ISBN: 3-88244-024-4
Verlag: MERGUS-Verlag
Autor: Hans A. Baensch

Oder schauen Sie einmal hier auf der Homepage der Fa. Sera beim Ratgeber für Gartenteichbau nach.

Kommen wir nun zur eigentlichen Pflanzenarchitektur des Teiches. Ich habe bei der Bepflanzung genau protokolliert wo und wann ich welche Pflanzen eingesetzt habe. So kann ich heute noch nach 10 Jahren genau sagen, welche Pflanzen sich langfristig gehalten haben und welche nicht. Außerdem kann ich genau nachvollziehen, wohin sich die Pflanzen ausgedehnt haben.

Dazu habe ich eine grobe Skizze des Teiches angefertigt und alle eingesetzten Pflanzen durchnummeriert. Anschließend habe ich den ursprünglichen Standort einer jeden Pflanze durch den Zahlencode lagegetreu eingezeichnet. Auf diese Weise kann ich auch heute noch alle Pflanzen mit Namen identifizieren.

Begriffserklärung für nachfolgende Illustration und Tabelle:
Nr. Pflanzen-Nummer
Pflanzen-Name (Lat.) lateinischer Pflanzen-Name
Pflanzen-Name (Dt.) deutscher Pflanzen-Name
Bl.-Anf. Monat des Beginns der Blütezeit
Bl.-Ende Monat des Endes der Blütezeit
Farbe vorwiegende Farbe der Pflanze bzw. der Blüte
Min.-Gr. minimale Größe der Pflanze
Max.-Gr. maximale Größe der Pflanze
Min-WT. minimale Wassertiefe für die Pflanze
Max-WT. maximale Wassertiefe für die Pflanze
Seite Seite im Gartenteich-Atlas, auf der die Pflanze beschrieben wird

Wer sich nun für ein paar Impressionen von unserem Gartenteich interessiert, dem sei folgende Dia-Show empfohlen. In unregelmäßigen Abständen werden die Bilder aktualisiert bzw. durch neue Bilder ersetzt. Viel Spaß!


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